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Service.GEneRAtionen und Ehrenamt

7 Fragen an die Koordinatorin der Einrichtung „Service.GEneRAtionen und Ehrenamt“

Ein Gespräch mit Marina Stüwe

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Durch die Strukturänderung innerhalb der Stadtverwaltung wurde die Ehrenamtszentrale mit dem Service.GEneRAtionen fusioniert. Welche Effekte sollen dadurch erzielt werden?

Durch die Zusammenlegung der beiden Bereiche nutzen wir entstehende Synergieeffekte und bauen bestehende Parallelstrukturen ab. Aus unserer Perspektive heraus, ist diese neue Schnittstelle eine naheliegende Erweiterung unseres bisherigen Angebotsspektrums. Wir sind zentrale Anlauf- und Lotsenstelle in der Stadt für die verschiedensten Anliegen der Bevölkerung; eine Bürgerberatung zum Thema Ehrenamt gehört hier rein inhaltlich natürlich auch dazu. Die Bündelung ermöglicht uns dank der engeren Vernetzung eine noch umfassendere Beratung der Bürgerinnen und Bürger, aber auch von Vereinen und Trägern. Wir erhoffen uns, Ressourcen effektiver einsetzen, zielgruppenspezifischere Angebote unterbreiten und Lösungen vor Ort aus einer Hand Lösungen anbieten zu können.


Haben sich durch die Zusammenlegung auch die Angebote verändert? Welche Leistungen können die Bürgerinnen und Bürger im Service.GEneRAtionen erwarten?

Der Service.GEneRAtionen ist seit mittlerweile fünf Jahren eine zentrale Anlaufstelle für alle Ratsuchenden im Herzen unserer Stadt und konnte sein Serviceangebot seither stetig erweitern. Aufgrund unserer sehr guten Lage direkt an der zentralen Umsteigestelle in der Heinrichstraße, sind wir für alle problemlos zu erreichen. Die Leistungen des Service.GEneRAtionen erstrecken sich von allgemeinen Beratungen in allen Lebenslagen über die Weiterleitung an zuständige Stellen bis hin zur Unterstützung beim Ausfüllen von Anträgen und digitalen Formularen.  Und wenn wir nicht selbst helfen können, finden wir für jedes Problem den richtigen Ansprechpartner vor Ort. Neu hinzugekommen ist die Bürgerberatung in Sachen Ehrenamt. Jeder Interessierte, der sich ehrenamtlich einbringen möchte, kann sich bei uns über die Möglichkeiten und Vereine informieren. Gern stellen wir anschließend auch den Kontakt her.


Welche Zielgruppen möchten Sie mit dem Angebot ansprechen?

Die Antwort steckt schon im Namen. Der Service.GEneRAtionen ist für alle Generationen da. Dabei ist es unerheblich, ob ein junger Mensch kurz vor dem Schulabschluss steht und sich informieren möchte, was es bei der ersten eigenen Wohnung zu beachten gibt und an welche Stellen er sich wenden kann, oder ob es die rüstige Seniorin ist, die ihre Formulare gern digital ausfüllen möchte und dabei ein wenig Unterstützung benötigt. Die Angebote unserer Einrichtung sind so vielfältig, wie es die Menschen sind und entsprechend versuchen wir, Jedem mit seinem Problem zu helfen.


Einige Stimmen behaupten, dass durch die Fusion der beiden Bereiche das Ehrenamt geschwächt wird. Wie beurteilen Sie die Situation?

Ich glaube, dass genau das Gegenteil der Fall ist. Das Ehrenamt hat in Gera eine große Bedeutung, und das wird auch in Zukunft so bleiben. Die Fusion der beiden Bereiche wird das Ehrenamt sogar noch weiter stärken. Sowohl der Service.GEneRAtionen als auch die Ehrenamtszentrale haben für sich genommen bisher stets hervorragende Arbeit geleistet, und genau darauf wollen wir aufbauen. Durch die gemeinsame Betreuung können wir Doppelstrukturen abbauen und die Angebote präziser auf die Bedürfnisse der Bürgerinnen und Bürger sowie der Vereine abstimmen. Neben den Vorteilen aus Verwaltungssicht soll diese Änderung natürlich in erster Linie für die Menschen in unserer Stadt spürbar sein: Bürgerinnen und Bürger wenden sich direkt an den Servicepunkt, während Vereine und Institutionen mit all ihren Facetten in der Ehrenamtszentrale betreut werden.

Wir sind überzeugt, dass wir durch diese Zusammenarbeit die Ehrenamtslandschaft in unserer Stadt nachhaltig fördern werden.


Die Ehrenamtszentrale befindet sich weiterhin am Kornmakt. Welche Aufgaben liegen jetzt dort?

Die Ehrenamtszentrale, die sich bereits seit 2007 als städtische Freiwilligenagentur für die Stärkung der Engagement-Kultur einsetzt, richtet ihren Fokus künftig noch gezielter auf die Beratung und Betreuung der Vereine und Träger in der Stadt. Sie ist beispielsweise Ansprechpartnerin bei Fragen zu Themen wie Fördermittelbeantragung sowie -abrechnung. Auch können sich Vereine melden, die gern neue Ehrenamtliche in ihren Reihen aufnehmen möchten oder Fragen zur Möglichkeit der Anerkennung und Auszeichnung Ehrenamtlicher haben. Die Ehrenamtszentrale unterstützt vor allem auch beim Angehen von Projektideen und kann aufgrund ihres ausgeprägten Netzwerkes Vereine mit Trägern in Kontakt bringen sowie auch unter den Vereinen und Ehrenamtlichen selbst Verbindungen herstellen. Dies bedeutet auch, dass die Räumlichkeiten der Ehrenamtszentrale sowohl den Vereinen als auch anderen Einrichtungen für die Gremien- und Netzwerkarbeit sowie für Schulungen zur Verfügung stehen werden. Auch im Bereich der Seniorenarbeit finden sie bei uns mit dem Seniorenbüro eine geeignete Anlaufstelle.


Bei einer so breiten Palette an Themen und potenziellen Fragen müssen Ihre Mitarbeitenden gut geschult sein. Wie gewährleisten Sie, dass Sie auf alle Fragen auch die richtige Antwort kennen?

Wir sind als Bereich „Service.GEneRAtionen und Ehrenamt“ ein Team aus Mitarbeitenden der Stadtverwaltung, aus engagierten Ehrenamtlichen sowie Praktikanten und Bundesfreiwilligen. Um bestmöglich unterstützen zu können, sind wir über unser großes Netzwerk innerhalb der Stadt zu allen aktuellen Themen informiert und bereiten uns vorab auf mögliche Anfragen vor. Bei vielen Themen fungieren wir als Vermittler an jene Stellen, die inhaltlich die besseren Ansprechpartner sind, wie beispielsweise die Schuldnerberatung, die Stadtteilbüros und -managerinnen oder Abteilungen der Stadtverwaltung. Darüber hinaus bieten einige Fachberater und Fachberaterinnen auch Sprechstunden in unseren Räumlichkeiten an. So kann man sich bei uns jeden Donnerstagvormittag von Vertreterinnen und Vertretern des Programmes AGATHE beraten lassen. Dienstagnachmittag sitzt die Kinder- und Jugendbeauftragte vor Ort, auf die die Kinder und Jugendlichen mit ihren Problemen, Wünschen und Ideen zukommen können. Einmal monatlich findet darüber hinaus auch die Sprechstunde des Amtes für Gesundheit und Versorgung für die Fachberatung Vorsorge und Betreuung im Service.GEneRAtionen statt.


Bisher konnte man die Selbsthilfegruppen in den Räumen der Ehrenamtszentrale antreffen. Wird dies auch weiterhin so sein?

Die Betreuung der Selbsthilfegruppen wurde fachlich und organisatorisch dem Amt für Gesundheit und Versorgung übertragen, welches inhaltlich mit entsprechender Expertise für eine verbesserte Betreuung sorgen soll. Um den Bedarfen der Selbsthilfegruppen nach Barrierefreiheit und kurzen Verkehrswegen gerecht werden zu können, hat das Amt für Gesundheit und Versorgung bei der Suche nach weiteren nutzbaren Räumlichkeiten unterstützt. Es soll dadurch möglich werden, auch in den Stadtteilen und barriereärmeren Örtlichkeiten die Treffen der Selbsthilfegruppen stattfinden zu lassen. Die Suche, Planungen und Abstimmungen befinden sich aktuell im laufenden Prozess, sodass zu gegebenem Zeitpunkt durch das Amt für Gesundheit und Versorgung weitere Informationen erfolgen werden.