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Dauerausstellung Teil II - Geschichte Geras von 1914 bis heute

Plakat zur Eröffnung des Geraer „Stadions der Freundschaft“ am 5. Juni 1955. Rückblicke – Einblicke – Ausblicke
Stadtmuseum Gera präsentiert „Die Geschichte Geras von 1914 bis heute“ in neuem Teil der Dauerausstellung

Bei der Geschichte Geras von 1914 bis heute handelt es sich um den zweiten Teil der Dauerausstellung „Rückblicke – Einblicke – Ausblicke“. Diese ständige Schau vermittelt den Besuchern auf insgesamt 480 Quadratmetern Wissenswertes zur Entwicklung der Kommune von der Ur- und Frühgeschichte bis in die Gegenwart. Der erste Part macht behandelt seit 2006 die Historie der Otto-Dix-Stadt von der Ur- und Frühgeschichte bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs. Das Geraer Stadtmuseum kann sich damit unter die wenigen Museen in Deutschland einreihen, das in einer Ausstellung einen Überblick über die gesamte historische Entwicklung gibt.

Der im ersten Obergeschoss des Stadtmuseums installierte neue Ausstellungsteil spannt einen facettenreichen Bogen über fast einhundert Jahre Geraer Geschichte. Beginnend beim Ersten Weltkrieg werden die Goldenen Zwanziger Jahre, die Zeit des Nationalsozialismus und der Zweite Weltkrieg, die ebenso spannungs- wie entbehrungsreichen Nachkriegsjahre, die DDR-Zeit mit dem Status als Bezirksstadt, die friedliche Revolution 1989 und die Entwicklung nach 1990 dargestellt. Damit ist die Exposition zugleich auch der ungewöhnliche Versuch der Darstellung einer noch nicht abgeschlossenen Epoche.

Zwar bildet die Chronologie des 20. Jahrhunderts den Rahmen, doch ist die Schau darin themenorientiert ausgerichtet. In 20 Kapiteln werden für das vergangene Jahrhundert die typischen Entwicklungen und Besonderheiten der Stadt Gera aufgezeigt. Zu letzteren zählen unter anderem die Existenz des Volksstaates Reuß, die spezifische industrielle Entwicklung oder die herausragenden kulturellen und sportlichen Ereignisse. Aufwendige Inszenierungen vermitteln auf emotionale Art Schlüsselmomente der Geschichte, etwa die Erfahrung des Zweiten Weltkrieges oder die Ereignisse der friedlichen Revolution von 1989. Das Stadtmuseum Gera will damit demonstrieren, dass solche Inszenierungen bestimmter Ereignisse eine wichtige Form der Geschichtsvermittlung sein können.

Eine ebensolch emotionale Bereicherung stellen die „Geraer Gesichter“ dar – eine Präsentationsform, die bereits im ersten Abschnitt der Dauerausstellung genutzt wurde. Dabei werden bekannte und weniger bekannte Persönlichkeiten vorgestellt, deren Lebensgeschichten zum einen beispielhaft für die vieler anderer stehen, die zum anderen aber auch dazu beigetragen haben, Gera zu einer unverwechselbaren Stadt zu machen.

Die Geschichte Geras im 20. Jahrhundert wird durch circa 600 Exponate belegt. Die Auswahl der Objekte steht nicht für die ganze Breite und Vielfalt der letzten 100 Jahre, wohl aber für beispielhaft aufgezeigte Entwicklungen und Ereignisse. Zu den interessantesten Stücken zählen ein Modell der Gartenstadt „Heinrichsgrün“, die Einrichtung eines HO-Ladens von Anfang der 1950er-Jahre, ein im damaligen VEB Elektronik gefertigter Microcomputer „MC 80“, ein Rennrad der Geraer Radsport-Legende Olaf Ludwig und das Maskottchen „Bugalou“ der Bundesgartenschau 2007 in Gera und Ronneburg. Eine Animation zu den Veränderungen in Geras Innenstadt im Verlauf des 20. Jahrhunderts sowie zahlreiche Ton- und Filmdokumente, darunter ein Erlebnisbericht vom schwersten Luftangriff auf Gera am 6. April 1945, lassen den Besuch der Ausstellung zu einem informativen Erlebnis werden.

Das Geraer Stadtmuseum war zwischen 2002 und 2005 mit 3,6 Millionen Euro grundlegend saniert und modernisiert worden. Die Dauerschau umfasst etwa knapp die Hälfte der gesamten Ausstellungsfläche. Ergänzt wird diese durch 220 Quadratmeter für Themenausstellungen zur Geschichte Geras, die in kurzen Abständen und immer ergänzend zur ständigen Exposition neu gestaltet werden. Weitere, insgesamt 300 Quadratmeter, sind Sonder- und Studioausstellungen vorbehalten.