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Rund 1.000 Buchsbäume auf Ostfriedhof von Buchsbaumzünsler befallen

Amt für Stadtgrün bittet um gemeinsames Handeln mit BesucherInnen – Amtsleiter Mittenzwey: Aus-breitung der Raupen eindämmen, um weiteren Schaden abzuwenden


Tausende Buchsbäume müssen auf den Grabanlagen des Ostfriedhofes jetzt entfernt werden. Hier zeigen eine schwer geschädigte Buchsbaumhecke auf einer Grabanla-ge des Ostfriedhofes Matthias Mittenzwey, der Leiter des Amtes für Stadtgrün der Stadt Gera, und Jens Prager, Inhaber vom Blumen und Floristik Prager. (Stadt Gera/Catrin Heinrich) Ein Trauerspiel, das momentan vor allem auf dem Geraer Ostfriedhof für Ärger sorgt. Buchsbaumzünsler-Raupen brachten rund 1.000 Buchsbäume auf den Grabanla-gen und im öffentlichen Raum des Ostfriedhofes bereits zum Absterben. Wird nichts unternommen, breiten sich die Raupen weiter aus und kaum ein Buchsbaum wird das überleben. Da die Raupen zu Schmetterlingen werden, die dann bis zu zwei Generationen im Jahr mit je 150 Eiern hervorbringen, breiten sie sich auch über die Friedhofsanlagen hinaus weiter aus. „Wir bitten jetzt alle BesucherInnen, gemeinsam mit uns als Friedhofsverwaltung die Ausbreitung der Raupen einzu-dämmen. Wir möchten möglichst Pflanzen retten können und die weitere Ausbrei-tung auch im Stadtgebiet eindämmen“, so Matthias Mittenzwey.

Der Chef des städtischen Amts für Stadtgrün, das in Gera 13 Friedhöfe bewirtschaf-tet, bereitet große Aushänge für die Friedhöfe vor. Diese erklären, was Grabpfle-gende selbst unternehmen können und was die Friedhofsverwaltung übernimmt. „So ungern wir das tun – aber es gibt keine Alternative. Wir müssen auf den von uns betreuten Anlagen die befallenen Pflanzen entfernen. Wir bitten alle, die selbst ein Grab pflegen, dies ebenso zu leisten. Das ist die schnellste Art und Weise, Raupen und Eigelege unschädlich zu machen und weiteren Schaden zu minimie-ren.“ Lediglich nur wenig angegriffene Buchsbäume könnten noch mit der Folien-methode bearbeitet werden, indem diese an drei sonnigen Tagen in dicke Folie ge-packt werden. Aber die Aussichten auf Erfolg seien gering, so Mittenzwey.

Auf Geras Friedhöfen sorgt Pragers Blumen und Floristik mit Friedfhofsgärtnerei für zahlreiche Grabanlagen privater Kunden. Jens Prager ist entsetzt über das Ausmaß der Raupenschäden. Er schreibt jetzt Kunden an, deren Grabanlage betroffen ist. „Alle befallenen Buchsbäume empfehle ich, zu entfernen. Und das schnellstmög-lich, um die weitere Ausbreitung der Raupen zu verhindern und um schnell wieder ein schön anzuschauendes Grab herzustellen. Die abgestorbenen Bäumchen bie-ten einfach keinen schönen Anblick“, so Jens Prager, Inhaber des Unternehmens.

Als Ersatzpflanzungen empfehlen Prager und Mittenzwey keinesfalls Buchsbäume. „Nur wenn den Raupen die Nahrung entzogen wird, werden wir sie los. Da sie nach aktuellem Stand nur Buchs fressen und keine anderen Gewächse, bieten zum Bei-spiel Liguster, Eibe oder Stechpalme eine gute Alternative, ohne die Zünsler zu füt-tern“, so die Fachleute.



So sehen sie aus, die Buchsbaumzünsler, die zunächst fressen, sich dann verpup-pen. Die Schmetterlingsweibchen leben dann acht Tage, in denen sie sich paaren und bis zu 150 Eier legen. Der Zyklus setzt sich in einem Sommer noch ein zweites Mal fort. (Stadt Gera/Catrin Heinrich) Handlungsempfehlungen an die BesucherInnen der Friedhöfe, die ei-gene Anlagen pflegen:


1. Buchsbäume auf Befall von Eiern oder Raupen kontrollieren. Erkennungsfotos der Gele-ge und der Raupen hängen an den Friedhofseingängen und stehen online unter www.gera.de. Die Eier der Buchsbaumzünsler liegen in der Regel an den Blatträndern der Buchsbäume und sind gut zu sehen. Schlüpfen die Raupen, fressen sie die Blätter von außen nach innen und wandern dann weiter zu den Ästen. Sie fressen dann auch die Rin-de, weshalb die Bäume austrocknen und schließlich absterben.

2. Bei den Buchsbäumen sind zu unterscheiden:

a) Buchsbäume, die noch nicht befallen sind. Diese können zunächst belassen werden, aber sollten unter ständiger Beobachtung stehen. Sobald sich Eier oder Raupen zei-gen, dann die Pflanzenteile oder am besten die gesamte Pflanze entfernen und fach-gerecht entsorgen wie im Folgenden beschrieben.
b) Buchsbäume, die mit Eiern und/oder Raupen befallen sind.

• Diese sollen schnellstens entsorgt werden. Meist sind die Pflanzen nicht mehr zu ret-ten. Dafür: die Pflanzen ausgraben, in Folien packen, die Folien verschließen und in die auf den Friedhöfen extra aufgestellten Buchsbaum-Container geben. Die Contai-ner stehen ab 2. Juni auf dem Ostfriedhof: am Krematorium, in der Abteilung Vb und auf dem Plattenweg zur Urnengemeinschaft. Die Container sind als Buchsbaum-Container gekennzeichnet. Übrigens werden auch auf anderen Friedhöfen die Zünsler nicht ausbleiben. Das städtische Amt für Stadtgrün beobachtet die Lage und wird ab 2. Juni je einen Buchsbaumcontainer zum Entsorgen befallener Pflanzen aufstellen auf dem Südfriedhof sowie auf den Friedhöfen in Langenberg und Untermhaus.

• Wer es noch versuchen will, nur ganz minimal geschädigte und nicht mehr als 1 Meter hohe Buchsbäume zu retten, der kann die Folienmethode versuchen: an drei bevor-stehenden Sonnentagen vorher die Büsche in schwarze Folie packen, unten zuschnü-ren und nach drei Tagen die Folie öffnen; heruntergefallene Eier und Raupen auf-sammeln und in die Buchsbaum-Container zur Entsorgung geben. Falls nach zehn Tagen Raupen auftauchen, dann die Prozedur wiederholen. Sollte sich der Zustand des Buchsbaums weiter verschlechtern, dann bitte auch in Folien in die Container bringen. Hinweis noch zu Chemikalien: Der Einsatz jeglicher Art von Pflanzenschutz-mitteln ist nicht zulässig auf den Friedhöfen.

3. Als Ersatz der Buchsbäume bitte keine Buchsbäume neu pflanzen – sondern möglichst resistente Arten wie zum Beispiel: Liguster, Eibe oder Stechpalme.

4. Bei Fragen und Anliegen steht die Friedhofsverwaltung zur Verfügung unter 0365 83338-11 oder -40 in den Zeiten von Mo – Do zwischen 8:00 und 16:00 Uhr sowie am Fr von 8:00 bis 13:00 Uhr und unter der E-Mail: stadtgruen@gera.de.

Veröffentlichung: 29.05.2020