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OB Vonarb: … „mit vereinten Kräften Bürger und Wald schützen“ – Stadt Gera koordiniert Hilfen – drei neue Industriesauger im Feuerwehrhaus auf Abruf


Sie informierten heute gemeinsam zu den Maßnahmen, die ergriffen wurden und zum Einsatz kommen können, falls es eine Plage geben sollte, v.l.: Karsten Schröder, Forstamtsleiter in Weida, Christian Hollandmoritz, Ortsteilbürgermeister Liebschwitz, Oberbürgermeister Julian Vonarb, Wehrleiter Andreas Lippold, Umweltamtsleiter Konrad Nickschick und Lutz Kaufmann, Anleiter der OTEAGU. Dabei stell-ten sie auch die neu angeschafften Industriesauger vor, die seit heute im Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr bereitstehen zum Einsatz durch die Feuerwehrleute, die OTEGAU-Teams und Beschäftigte der Stadtverwaltung Gera. (Stadt Gera/Catrin Heinrich) Noch ist es ungewiss: Wird es eine erneute Raupenplage in Geras Ortsteilen geben oder nicht? Erst in einigen Tagen setzen sich die Raupen in Bewegung. Sie könnten diese Ortsteile und Gebiete Geras zum Ziel haben: Gera-Liebschwitz, Naulitz, Collis und Thränitz, Kaimberg, Zwötzen, Lietzsch und Taubenpreskeln. Das schätzen Fachleute aus dem Umweltamt ein.

Heute informierten Stadtverwaltung, Thüringenforst, Ortsteilrat Liebschwitz und Freiwillige Feuerwehr zum Maßnahmenpaket für den Fall einer Plage. Geras OB Julian Vonarb war mit in Liebschwitz: „Die Verwaltung wird in den nächsten Wochen eine Art ‚Einsatzzentrale‘ sein. Das Umweltamt koordiniert Maßnahmen und Beteiligte, falls wir eine Plage zu bewältigen haben“, so der OB. Und er rief auf: „Lassen Sie uns weiter mit vereinten Kräften Bürger und Wald schützen und in der Bevölkerung vor allem die psychischen und hygienischen Belastungen so gering wie möglich halten.“

1. Zusammen mit dem Leiter des Umweltamtes vom Baudezernat, Konrad Nickschick, stellte der OB diese Maßnahmen der Verwaltung vor:

a. Lagekontrolle wöchentlich. Dabei wird ein Mitarbeiter des Umweltamtes in den Ortsteilen und Stadtgebieten unterwegs sein. Je nach Situation wird entschieden, ob und wenn ja wie lange und wo technische und personelle Hilfe zum Einsatz kommen auf öffentlichen Flächen oder auch in Privatgrundstücken, wenn Eigentümer das erbitten.

b. Beratung und Aufklärung der Bürger vor Ort und am Telefon. Das Umweltamt Gera steht weiterhin am Bürgertelefon für alle Fragen und Anliegen zur Verfügung unter 0365 838-4200 von Montag bis Freitag von 9 bis 17 Uhr.

c.Hilfe durch Technik
Drei neue Industriestaubsauger wurden angeschafft. Sie stehen im Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr in Liebschwitz auf Abruf – für alle vom Schwammspinner betroffenen Gebiete Geras. Die Feuerwehrleute, Mitarbeiter der OTEGAU und der Stadtverwaltung werden nach Bedarf und auf Anordnung des Umweltamtes damit im Einsatz sein und auf öffentlichen und befestigten Flächen die Raupen einsammeln. Die Sicherheitssauger ATTIX 965-0H/M SD XC der Firma Nilfisk werden seit Jahren erfolgreich in der Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners eingesetzt. Die drei Geräte kosteten rund 10.000 Euro. Das Sauggut wird fachgerecht im Sinne der Schädlingsbekämpfung behandelt und entsprechend entsorgt.

Zusätzliche Straßenreinigungen können durch die Stadtverwaltung beauftragt werden.

d. Die Koordination der Beteiligten sowie der Helfer übernimmt das Umweltamt und steht mit der Freiwilligen Feuerwehr Liebschwitz, Ehrenamtlichen über die Ehrenamtszentrale, mit der OTEGAU und den Ortsteilräten in Verbindung.

e. Hilfe-Hinweise zur Selbsthilfe
• Rufen Sie an und stellen Ihre Fragen über die Bürgertelefone von Stadtverwaltung, Thüringenforst, Ortsteilrat.
• Stellen Sie fest, um welche Art Raupen es sich handelt. Aktuell kommen auch Großer Fuchs oder Buchsbaumzünsler häufig vor. Auf www.gera.de gibt es demnächst auf den Seiten zum Schwammspinner eine Übersicht zur Artenbestimmung für einige wichtige Arten.
• Sammeln Sie Raupen mechanisch ab – das ist die schonendste Methode. Sollten Hausmüllcontainer voll sein, auch anrufen beim Bürgertelefon.
• Setzen Sie zugelassene Schädlingsbekämpfungsmittel ein. Unter www.gera.de auf der Schwammspinner-Seite stehen demnächst Empfehlungen der Stadt Gera für chemische und biologische Produkte.
• Fordern Sie Helfer an, wenn Sie das Aufkommen nicht bewältigen können. Rufen Sie bitte an in der Ehrenamtszentrale oder über die Bürgertelefone.
• Schützen Sie empfindliche Pflanzen in Ihrem Grundstück durch Umwickeln mit Gazestoff.
• Bauen Sie an Raupen-„Einwanderstellen“ einen kleinen Zaun. Unter diesem Link finden sie ein Beispiel: https://www.gunzenhausen.de/schwammspinner.html?file=files/Rathaus_neu/Nachrichten_Bilder/2018/Ma%C3%9Fnahmen%20zur%20Verbesserung%20des%20Schwammspinnerbefalls.pdf

f. Freiwillige Helfer erfasst die Ehrenamtszentrale. Wer helfen möchte, zum Beispiel beim Absammeln von Raupen an Häusern von Menschen, die allein sind und das körperlich nicht leisten können, der meldet sich bitte in der Ehrenamtszentrale unter Tel.: 0365 838-3024 oder -3027, E-Mail: ehrenamtszentrale@gera.de. Die Ehrenamtszentrale möchte auch die bei ihr über die Nachbarschaftsplattform angemeldeten Freiwilligen fragen, ob sie auch für die Schwammspinner-Einsätze zur Verfügung stehen.

2. Mit vor Ort war auch Karsten Schröder, der Leiter des Forstamtes Weida von Thüringenforst. Er informierte zu Ergebnissen erster Erfolgsmessungen der Pflanzenschutzmittel-Ausbringung im Wald. Demnach seien die im Labor gezüchteten Schwammspinnerraupen, die von den mit Mimic behandelten Liebschwitzer Eichenblättern gefressen haben, zu 90 % abgestorben. Die Vergleichsgruppe, die unbehandelte Blätter als Nahrung bekamen, leben alle noch. Derzeit sieht die Behandlung erfolgreich wie erwünscht aus. In der Natur kann auf Grund der kühlen Witterung der Verlauf verzögert erfolgen. „Das Mittel bleibt aber auch bei Regenfällen an den Blättern haften, so dass wir im behandelten Wald eine ähnliche Sterblichkeitsrate wie im Labor erwarten“, so Karsten Schröder. Auch das Forstamt bleibt weiter aktiv:

• Fragen und Anliegen können am Bürgertelefon des Forstamtes besprochen werden, es ist weiterhin geschaltet unter 036603 714990 von Montag bis Freitag zwischen 10 und 12 Uhr.
• Das Team des Forstamtes und die Waldschutzspezialisten des Forstlichen Forschungs- und Kompetenzzentrums Gotha (FFK) kontrolliert weiterhin den Zustand des Waldes und leitet entsprechend der Entwicklungen geeignete Maßnahmen ein, um den Wald und die BürgerInnen zu schützen.

3. Andreas Lippold, Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Liebschwitz, informierte zu den Möglichkeiten der Feuerwehr zur Bewältigung der Plage. Im Gerätehaus werden die Industriesauger gelagert. Feuerwehrmitglieder werden mit den Saugern im Einsatz sein. Die Feuerwehr bietet ein Bürgertelefon an in Zeiten, in denen Umweltamt nicht verfügbar ist: Immer am Sonnabend und Sonntag von 10 – 12 Uhr, Tel.: 0173 3683338.

4. Ortsteilbürgermeister Christian Hollandmoritz vertrat den Ortsteilrat in Liebschwitz. Auch der Ortsteilrat wirkt weiter mit zur Selbsthilfe und für externe Hilfe: Das Bürgertelefon des Ortsteilrates bleibt geschaltet von Montag – Freitag von 17.00-18.00 Uhr. Es können Vor-Ort-Treffen vereinbart und auf kurzem Weg Anliegen geklärt werden.

5. Die Orteilräte in den Ortschaften Naulitz, Collis/Thränitz, Zwötzen stehen in Verbindung mit dem Umweltamt. Die Maßnahmen der Stadtverwaltung Gera und der weiteren Beteiligten gelten sowohl für Liebschwitz als auch für alle anderen Ortsteile und betroffene Gebiete Geras.

Veröffentlichung: 25.05.2020