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Sonderausstellung „100 Jahre Ernst Haeckel – Meilensteine der Evolutionsforschung“ im Museum für Naturkunde

Schau ist vom 1. Dezember 2018 bis 2. Juni 2019 im Naturkundemuseum zu sehen

Die Sonderausstellung „100 Jahre Ernst Haeckel – Meilensteine der Evolutionsforschung“ präsentiert das Museum für Naturkunde Gera vom 1. Dezember 2018 bis zum 2. Juni 2019. Die Ausstellung begleitet die Besucher durch die Entwicklung der Evolutionstheorie der vergangenen 300 Jahre. In die Ausstellung führt gewissermaßen Carl von Linné durch die Entwicklung einer einheitlichen biologischen Nomenklatur in den Sachverhalt ein. Das Museum für Naturkunde zeigt diese wichtige Vereinheitlichung, welche verstärkt familiäre Beziehungen in die Namensgebung einbindet und dadurch ein nachvollziehbares Ordnungssystem darstellt. Dieses wird in der weiteren Forschungsgeschichte von anderen Wissenschaftlern genutzt, unter anderem von Charles R. Darwin. Er begann sich bereits in seiner Jugend für das Systematisieren von Lebewesen zu interessieren. Als begeisterter „Käfersammler“ nahm er auch die kleinen Unterschiede innerhalb einer Art war und kam zu der Frage, wozu es diese Vielfalt innerhalb einer Art geben muss? Nach einem eifrigen Forscherleben konnte er dies als 50-jähriger dann als Grundlage für die Artbildung beantworten.


Auch der thüringische Evolutionsforscher Ernst Haeckel (1834 – 1919) beeinflusste diesen Zweig der Biologie maßgeblich und gilt heute als einer ihrer führenden Vertreter. Biologische Begriffe wie Stamm und Ökologie gehen auf Grundlagen Haeckels zurück. Anlässlich seines 100. Todesjahres will das Museum für Naturkunde in Gera ihn in dieser Sonderausstellung ehren. Auch in den folgenden Jahrzehnten wurde auf diesen Erkenntnissen aufgebaut. Anfang des 20. Jahrhunderts war Theodosius Dobzhansky an den genetischen Grundlagen der Artbildung interessiert. Die zu dieser Zeit neu entdeckten wissenschaftlichen Methoden erlaubten es ihm, erstmalig evolutionäre Verläufe nachvollziehen zu können. Nahezu gleichzeitig erarbeitete Willi Hennig, ein in Berlin tätiger Biologe, eine Methode, um Stammbäume berechnen zu können. Diese Grundlagen werden noch heute genutzt, um die Verwandtschaftsverhältnisse möglichst genau wiedergeben zu können.


Im Rahmen des Begleitprogramms werden fünf Fachvorträge von bekannten Wissenschaftlern angeboten:

7. Dezember, 17.00 Uhr, Rathaussaal Gera
Ernst Haeckel – Der Gegenpapst aus Jena: zwischen Wissenschaft und Religion
Referent: Prof. Dr. Uwe Hoßfeld, Friedrich-Schiller-Universität Jena

25. Januar 2019, 17 Uhr, Rathaussaal Gera
Charles Darwin und unser evolutionäres Weltbild heute
Referent: Prof. Dr. Ulrich Kutschera, Universität Kassel

8. März 2019, 17 Uhr, Rathaussaal Gera
Die Lebensstrategien der Amphibien
Referent: Dr. Sandy Reinhard, Heidecksburg Rudolstadt / Naturhistorischen Museum

26. April 2019, 17 Uhr, Rathaussaal Gera
Im Schneckentempo – Ein Streifzug durch Beispiele zur Evolutionssystematik von Land- und Süßwasserschnecken in Europa, dem Kaukasus und Südostasien
Referent: Dr. Marco Thomas Neiber, Universität Hamburg

17. Mai 2019, 17 Uhr, Rathaussaal Gera
„nomen est omen“ – Licht und Schatten bei der Benennung von Fossilien
Referent: Prof. Dr. Ronny Rößler, Museum für Naturkunde Chemnitz / TU Bergakademie Freiberg


Veröffentlichung: 04.12.2018