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100 Jahre Bauhaus - aus Thüringen in die ganze Welt

Mit Hochdruck arbeiten die Arbeitsgruppe „Bauhausjubiläum in Gera – 2019“ und viele weitere Akteure an der Präsentation der Geraer Denkmäler und an dem vielfältigen Programm für die Besucher


Am Bauhausjubiläum beteiligt sich das van de Velde Museum mit drei Ausstellungen. Das Haus Schulenburg ist ein Gesamtkunstwerk des flämischen Architekten und Designers Henry van de Velde. Dr. Volker Kielstein (Foto) erwarb 1996 die Villa Schulenburg. Er machte das Kunstwerk durch eine umfangreiche detailgetreue Sanierung mit hohem eigenem Engagement wieder erlebbar. (Stadtverwaltung/Steffen Weiß) 2019 findet das 100-jährige Jubiläum des Bauhauses statt. 1919 in Weimar gegründet, 1925 nach Dessau umgezogen und 1933 in Berlin unter dem Druck der Nationalsozialisten geschlossen, bestand das Bauhaus nur 14 Jahre. Dennoch wirkt die legendäre Hochschule für Gestaltung bis in die Gegenwart fort. In ganz Deutschland wird dieses Jubiläum im Jahr 2019 derzeit intensiv vorbereitet.

So auch in Gera, denn unsere Stadt weist die größte Dichte an vom Bauhaus geprägten Baudenkmälern in Thüringen auf. Die klassischen Bauhausschwerpunkte in Weimar und Dessau sind dem interessierten Fachpublikum durchaus bekannt. Dass es in Gera so viele Gebäude der Moderne gibt, ist ein Glücksfall. Hier verbrachte Thilo Schoder (1888-1979), der Schüler und Meisterschüler Henry van de Veldes, die entscheidenden Jahre seines Lebens und Wirkens in Deutschland. Er ging als Thüringer Vertreter des Neuen Bauens in die Architekturgeschichte ein. Wie kaum ein anderer prägte er in den so genannten Goldenen Zwanzigern die Industriestadt Gera. In Gera und Umgebung hinterließ er ab 1919 bis zu seiner Übersiedlung 1932 nach Norwegen vielfache Spuren. 53 Bauten, Projekte, Wettbewerbsbeiträge und Ausstattungen in der Region datieren aus jener Zeit. In Gera sind elf Gebäude von Thilo Schoder überliefert, die alle unter Denkmalschutz stehen und für den Aufbruch der Moderne in Gera stehen. Dazu gehören die ehemalige Seidenweberei Schulenburg & Bessler, die sogenannten Lehrerhäuser und die ehemalige Schäfersche Klinik. Der Golde-Bau, Schoders erstes Bauwerk in Gera, ist von monumentaler Größe und markiert den Umbruch in der Architektur der 1920er-Jahre. Nicht zu vergessen der Wegbereiter und Grenzgänger der Moderne, Henry van der Velde, mit Haus Schulenburg. Neben Thilo Schoder schufen Hans Brandt, Hans Hertlein, Wilhelm Ernst Meyer und Heinrich Drechsel andere öffentliche Gebäude, Fabriken und Wohnhäuser.

Das architektonische Bild Geras hat sich insbesondere nach 1990 rasant verändert. Die Nachfolgearchitektur im Zeitgeist des Neuen Bauens ist auch in Gera bis heute präsent und entwickelt analoge Konzepte. Die Gästeführer der Stadt Gera begleiten die Touristen zu verschiedenen Gebäuden und bieten fachkundige Führungen zum Bauhaus und neuem Bauen an.

Anlässlich des 100-jährigen Jubiläums der Gründung des Bauhauses in Weimar, welches auch und gerade in Gera deutliche Spuren in der Kunst- und Baugeschichte hinterließ, wird es in unserer Stadt im Jubiläumsjahr 2019 eine Vielzahl von Veranstaltungen, Ausstellungen und themenbezogenen Projekten geben, die dieses Ereignis würdigen. Seit zirka einem Jahr arbeitet eine Arbeitsgruppe „Bauhausjubiläum in Gera - 2019“, die sich zum Ziel gesetzt hat, ein aktives Netzwerk zwischen den verschiedenen Initiatoren der Angebote zu koordinieren. Zu dieser Arbeitsgruppe gehören Vertreter Geraer Museen, des Theaters, des Hauses Schulenburg, der Galerie für zeitgenössische Kunst „Häselburg“, verschiedene Vereine sowie Musiker, Gestalter, Tourismusakteure und Vertreter der städtischen Verwaltung. Durch die einzelnen Initiativen, den gegenseitigen Austausch und die Vernetzung ist inzwischen ein abwechslungsreiches Programm für das Bauhausjubiläumsjahr entstanden. Die Zusammenfassung der wichtigsten Veranstaltungs- und Ausstellungsprojekte soll sich bis zum Jahresende in einem umfangreichen Programmheft widerspiegeln.

Veröffentlichung: 19.11.2018