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Von Unken, Schleichen und Ottern – Vortrag über die Lurche und Kriechtiere Ostthüringens


Wie lebendig – ein Modell der Schlingnatter (Coronella austriaca) (Museum für Naturkunde Gera / Frank Hrouda) Der Zoologe René Köhler lädt am Donnerstag, 21. Juni, 18 Uhr, nicht wie ursprünglich geplant am 19. Juni, zu einem Vortrag über die vielfach immer noch geschmähten heimischen Amphibien und Reptilien in das Museum für Naturkunde Gera ein. Dabei werden die einzelnen Arten und ihre Schutzbelange auf Grundlage aktueller Verbreitungsdaten steckbriefartig vorgestellt. Das Image dieser Tiere ist im Vergleich zu den „sympathischeren“ Vögeln und Säugetieren häufig von Unwissen geprägt. So fürchtet der eine lärmende Frösche im Gartenteich, der nächste verfällt bei der Begegnung mit einer Blindschleiche auf dem Wanderweg in Schockstarre, und bei echten Schlangen hört dann doch auch für die meisten der Spaß auf: „Die ist doch giftig!“. Folgt man den Schlagzeilen, musste die Feuerwehr in Thüringen jährlich dutzende Male ausrücken, um vermeintlich „gefährliche Exoten“ als harmlose heimische Ringelnatter zu identifizieren.

Alle Arten sind geschützt, und das hat gute Gründe. Zersiedelung, Verbauung und der damit einhergehende Straßenverkehr, die naturferne Gestaltung vieler Gärten als potentieller Ersatzlebensraum und der Mangel an geeigneten Laichgewässern machen den meisten Arten das Leben schwer. Selbst bei ehemals häufigen Arten wie dem Grasfrosch (Lurch des Jahres 2018) ist ein Bestandsrückgang zu vermerken, und zu allem Übel gesellt sich jüngst die Epidemie durch zwei infektiöse Pilze hinzu, die derzeit ein weltweites Amphibiensterben verursacht, über deren Biologie aber in Deutschland noch sehr wenig bekannt ist. Höchste Zeit also, um Ekel und Vorurteile beiseite zu legen und sich diesen faszinierenden „Urzeitgeschöpfen“ zu widmen – man schützt, was man kennt.

Veröffentlichung: 08.06.2018