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Museumspädagogik Klassenstufen 9 und 10 im Stadtmuseum

Zwischen Monarchie, Diktatur und Demokratie

Das 20. Jahrhundert war gekennzeichnet von neuen und verschiedenen Formen der Herrschaft. War die Monarchie zu Beginn noch ein wichtiger Bestandteil des politischen Lebens, wurde Deutschland nach dem ersten Weltkrieg das erste Mal zu einer Demokratie. Doch die erste deutsche Republik bestand gerade einmal 14 Jahre und genießt im öffentlichen Diskurs bis heute nur geringe Wertschätzung. Nach dem Zusammenbruch der Weimarer Republik folgte eine Diktatur welche durch den Nationalsozialismus gekennzeichnet war. Diese führte Deutschland in den zweiten Weltkrieg hinein. Am Ende dieses Krieges war Deutschland ein geteiltes Land. Auf der einen Seite stand der demokratische Westen, auf der anderen Seite der vom Sozialismus geprägte Osten. Erst mit der Wiedervereinigung 1990 wurde ganz Deutschland wieder zu einem demokratischen Land.
Wie und in welcher Weise die verschiedenen Herrschaftsformen das Leben der Menschen hier in Gera geprägt haben, soll in dieser Veranstaltung vermittelt werden.
Vortrag in Kombination mit Ausstellung
Dauer: ca. 45 min


Der erste Weltkrieg

Der erste Weltkrieg, der oft auch als ‚Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts‘ bezeichnet wird, war der erste globale Konflikt des Industriezeitalters. In seinem Verlauf verloren ca. 10. Mio. Soldaten und ca. 7 Mio. Zivilisten ihr Leben. Dies ist sicherlich auch dem Einsatz neuartiger und moderner Waffen, wie Flugzeugen, U-Booten und Panzern geschuldet. Aber der erste Weltkrieg war nicht nur ein militärischer Konflikt der auf den Schlachtfeldern vollzogen wurde, sondern beeinflusste auch das alltägliche Leben der Menschen. Sowohl die gesellschaftliche als auch die soziale und politische Ordnung erlebten einen grundlegenden Umbruch.
Die Veranstaltung wirft sowohl einen Blick auf die Geschehnisse der Jahre von 1914 bis 1918, als auch auf die Ursachen und die Folgen die dieser Krieg mit sich brachte. Dabei steht vor allem der regionale Bezug im Mittelpunkt.
Vortrag in Kombination mit originalen Objekten und Ausstellung
Dauer: ca. 45 min


Die Goldenen Zwanziger – Kunst, Kultur und Alltagsleben

Die Jahre zwischen 1924 und 1929 gehören noch heute zu einer der interessantesten und kulturell fruchtbarsten Zeiten unserer Weltgeschichte. Für die Menschen war es eine Zeit der Hoffnung, die nach Weltkrieg, Nachkriegschaos und Inflation endlich Stabilität, neue Perspektiven und wiedergewonnene Lebensfreude hervorbrachte. Doch es war nicht nur die Zeit von wirtschaftlichem Aufschwung, sondern auch eine Blütezeit für die Wissenschaft, die Kunst und die Kultur. Neue Medien, wie das Radio und der Film, und neue Lebensformen, wie die ‚Freikörperkultur‘ und die ‚Lebensreformbewegung‘ änderten das Alltagsleben der Menschen grundlegend. Doch auch wenn vieles als sehr stabil galt, waren die ‚Goldenen Zwanziger‘ auch eine Zeit die von schwierigen ökonomischen und politischen Verhältnissen gekennzeichnet war.
In dieser Veranstaltung wird eine Zeitreise in das Gera der ‚Goldenen Zwanziger‘ unternommen. Die Schüler erfahren, welche Kleidung die Menschen trugen, welche Musik sie hörten, welche Filme sie schauten und wie das Alltagsleben im Allgemeinen aussah. Veranschaulicht wird dies durch verschiedene Objekte aus der Zeit.
Optional kann während der Veranstaltung durchgeführt werden:
- Ankleiden von zwei Schülerinnen im Modestil der 1920er Jahre
Vortrag in Kombination mit originalen Objekten und Ausstellung
Dauer: ca. 1h


Jüdisches Leben in Gera

Bis Mitte des 19. Jahrhunderts lebten nur vereinzelt Juden in Gera. Mit der zunehmenden Industrialisierung wuchs auch die Zahl jüdischer Geschäftsleute, 1925 hatte Gera etwa 500 jüdische Mitbürger. Mit dem Machtantritt der Nationalsozialisten begann 1933 die Entrechtung und Vertreibung der Juden aus Deutschland. 159 Geraer Juden konnten rechtzeitig emigrieren, die anderen wurden ausgewiesen bzw. deportiert. 211 von Ihnen starben in Todeslagern.
Vortrag in Kombination mit Zeitzeugenberichten und Ausstellung
Dauer: ca. 45 min


Von der Demokratie zur Diktatur – Die Zeit des Nationalsozialismus

Als die Nationalsozialisten am 30.Januar 1933 die Regierungsverantwortung erhielten, ahnte noch niemand, welch historische Fehlentscheidung dieser Akt bedeutete. Binnen weniger Wochen sollte der demokratiefeindliche Kreis um Adolf Hitler alle Spuren aus 14 Jahren Weimarer Republik restlos auslöschen und Deutschland gnadenlos in Richtung Abgrund führen. Gleichschaltung des öffentlichen Lebens, Verbot, Verfolgung und Vernichtung Andersdenkender, sowie die sukzessive Vorbereitung und Durchführung eines Angriffskriegs beherrschten die nächsten 12 Jahre nationalsozialistische Diktatur. Die Veranstaltung versucht besonders die Umstände der Machtübernahme Hitlers, sowie die Festigung seiner Herrschaft in den Fokus zu nehmen. Querverweise auf die gleichzeitige Situation in Gera spielen dabei eine zentrale Rolle.
Vortrag in Kombination mit Ausstellung
Dauer: ca. 45 min


Krieg und Nachkriegszeit in Gera

Mit dem Kriegsausbruch 1939 begann auch für die Geraer die Zeit der Lebensmittelrationierung und der Sorge um die Angehörigen an der Front. Die alliierten Bombardierungen brachten schließlich ab 1944 den Krieg auch nach Gera. Die Nachkriegszeit bedeutete einen politischen und wirtschaftlichen Neuanfang, der sich zunehmend am sozialistischen System der Sowjetunion ausrichtete.
Optional kann während der Veranstaltung durchgeführt werden:
- Besuch eines ehemaligen Luftschutzkellers im Steinweg 14/16 (integriert in den Historischen Geraer Höhler)
Vortrag in Kombination mit originalen Objekten, Zeitzeugenberichten und Ausstellung
Dauer: ca. 45 min


Bezirksstadt Gera (1952-1990)

Der Status als Bezirksstadt ab 1952 hatte für Gera weitreichende Folgen. Die Bevölkerungszahl stieg überdurchschnittlich, etwa die Hälfte der Einwohner lebte in den 1980er Jahren in Neubaugebieten. Zugleich veränderten der Bau eines „sozialistischen Stadtzentrums“ und die damit einhergehende Vernichtung der Altbausubstanz das Stadtbild umfassender als die Zerstörungen des 2. Weltkrieges.
Vortrag in Kombination mit originalen Objekten und Ausstellung
Dauer: ca. 45 min