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Museumspädagogik Klassenstufe 7 und 8 im Stadtmuseum

Eine Stadt entsteht – Gera im Mittelalter

Im Mittelpunkt der Veranstaltung stehen Leben und Alltag im spätmittelalterlichen Gera. Mit der erstmaligen Nennung der Geraer als „Bürger“ im Jahr 1237 gilt der Prozess der Stadtwerdung in Gera als abgeschlossen. Die Stadt wurde Zentrum einer kleinen Landesherrschaft, später entwickelte sich Textilhandwerk und –handel zum dominierenden Wirtschaftszweig. Beide Faktoren prägten und formten Gera bis in das 20. Jahrhundert hinein.
Optional kann während der Veranstaltung durchgeführt werden:
- Gruppenarbeit anhand des ältesten erhaltenen Stadtrechtes von 1487 (ausgewählte Artikel werden von Schülergruppen gelesen und vorgestellt)
- Anprobieren von Kettenhemd und Ritterhelm
- Besichtigung des Stadtmauerturms am Stadtgraben
- Stadtrundgang durch die Altstadt
Vortrag in Kombination mit originalen Objekten und Ausstellung
Dauer: ca. 45 min


Vom Mittelalter zur Neuzeit – Kirche, Reformation und Bauernkrieg

Gerade im ausgehenden 15. Jahrhundert spielte der Glaube in der Gesellschaft eine bedeutende Rolle, denn es war eine Zeit von großen Umbrüchen, Entdeckungen und Erfindungen, die aber vor allem von Unsicherheit geprägt war. So ist es wenig verwunderlich das es in dieser Zeit zu einer gesteigerten Frömmigkeit kam und auch der Ablasshandel rege genutzt wurde. Doch gerade diesen kritisierte Martin Luther, als er 1517 seine 95 Thesen an die Schlosskirche zu Wittenberg schlug und damit die Reformation auslöste. Die Dogmen der katholischen Kirchen wurden nun öffentlich hinterfragt und viele Gebiete im Heiligen römischen Reich wendeten sich vom katholischen Glauben ab. In Gera widersetzte sich der damalige Landesherr zunächst den neuen evangelischen Glauben einzuführen, doch 1533 gab er schließlich dem Druck des sächsischen Kurfürsten nach.
Wie die Reformation das Leben der Menschen beeinflusste, auch in Bezug auf den Bauernkrieg, welcher als direkte Folge der Reformation gesehen wird, und welche Folgen sie für die Gesellschaft der damaligen Zeit hatte, soll in dieser Veranstaltung beleuchtet werden.
Vortrag in Kombination mit Ausstellung
Dauer: ca. 45 min


Geras Weg zur Handels- und Gewerbestadt

Schon im 15. Jahrhundert war die Tuchmacherei in Gera ein wichtiger Bestandteil des Handwerks. So lässt sich bereits 1401 die Teilnahme von Geraern Zeugmachern an der Naumburger Messe und 1436 an der Leipziger Messe belegen. Doch im 16. Jahrhundert erhielten die einheimischen Tuchmacher Konkurrenz von niederländischen Handwerkern und Kaufleuten. Unter ihnen war 1595 auch Nicolaus de Smit, der noch bis heute zu einer der bedeutendsten Persönlichkeiten der Geraer Stadtgeschichte zählt. Er brachte neben neuen Verarbeitungstechnologien auch moderne Arbeits- und Vertriebssysteme mit. Seine feinen und qualitativ hochwertigen Stoffe machten Gera auch in der weiteren Umgebung bekannt und öffneten den Weg das Textilgewerbe und den Handel voranzubringen.
Die Veranstaltung gibt einen Überblick über die Entwicklung Geras zur Handels- und Gewerbestadt und erläutert außerdem verschiedene Methoden der Textilverarbeitung.
Führung
Dauer: ca. 45 min


Die Herrschaft Heinrich Posthumus’ und der Dreißigjährige Krieg

Heinrich Posthumus gilt bis heute als einer der bedeutendsten Vertreter der jüngeren Linie Reuß. Seine Herrschaft war gekennzeichnet durch eine kluge Außenpolitik, die Förderung von Bildung und Kultur und einer Modernisierung im Inneren. Doch in seine Regierung fällt auch der Dreißigjährige Krieg und obwohl Gera Neutralität genoss und einen kaiserlichen Schutzbrief erhielt, blieb die Stadt nicht verschont und war mehrfach von Kriegseinwirkungen betroffen. Am Ostermontag des Jahres 1639 wurde Gera bspw. durch ein Feuer, welches von schwedischen Truppen gelegt worden war, zu einem großen Teil zerstört. So war die erste Hälfte des 17. Jahrhunderts sowohl eine Zeit der Weiterentwicklung durch die Politik Heinrich Posthumus‘ als auch eine Zeit des Stillstandes, die durch den Dreißigjährigen Krieg hervorgerufen wurde.
Vortrag in Kombination mit Ausstellung
Dauer: ca. 45 min


Gera im 19. Jahrhundert – Unruhen, Revolution und die Entstehung des deutschen Reiches

Das 19. Jahrhundert war gekennzeichnet von liberalen und nationalen Stimmen, die eine Einigung der deutschen Fürstentümer erzielen wollten. Eine erste demokratische Bewegung flackerte bereits in den Unruhen 1830/31 auf. Dabei ging es aber zunächst um die Abschaffung veralteter Gesetze und Verordnungen. Doch in den Jahren 1848/49 wurden die Stimmen nach politischem Mitspracherecht und einer Einigung immer lauter. Diese nahm, obwohl die Revolution gescheitert war, sowohl im wirtschaftlichen Bereich, als auch in der politischen Ordnung konkrete Formen an. Dies führte wiederum zu einem Konflikt um die Vormachtstellung und Größe des neuen Nationalstaates zwischen Preußen und Österreich, in Folge dessen es zum Deutschen Krieg 1866 kam. Das Deutsche Reich wurde dann fünf Jahre später auf Grundlage der kleindeutschen Lösung 1871 gegründet.
Die Veranstaltung wirft einen Blick auf die Ereignisse des 19. Jahrhunderts, die den Weg Deutschlands zum Nationalstaat ebneten und die politische Ordnung und die Struktur der Gesellschaft änderten. Dabei steht vor allem der regionale Bezug im Mittelpunkt.
Vortrag in Kombination mit Ausstellung
Dauer: ca. 45 min


Entwicklung Geras zur Industriestadt

Im 19. Jahrhundert entwickelte sich Gera zu einem bedeutenden Standort der Textilindustrie und des Maschinenbaus. Bereits 1811 kamen hier erstmals Maschinen – Spinnmaschinen – zum Einsatz. Einen enormen Schub erfuhr die Industrialisierung durch die Einführung mechanischer Webstühle 1858 und den Anschluss Geras an das deutsche Eisenbahnnetz 1859. Parallel dazu entstand mit dem Fabrikarbeiter eine völlig neue und mächtige soziale Schicht. Die Erfindungen des 19. Jahrhundert schließlich veränderten mehr und mehr auch den Alltag der Geraer (Telefon, Elektrifizierung, Straßenbahn, Automobile).
Vortrag in Kombination mit Zeitzeugenberichten, originalen Objekten und Ausstellung
Dauer: ca. 45 min