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5 aus 24 Lösungen für die Fläche vor dem KuK (15.9.2015)


Die Preisrichter zusammen mit beratenden und begleitenden Teilnehmern hier am KuK. ( Stadtverwaltung/C. Heinrich) 5 aus 24 Lösungen für die Fläche vor dem KuK

Jury bewertete Europan-Arbeiten von internationalen Nachwuchsarchitekten - Öffentliche Präsentation in Gera Anfang 2016

Für die Zukunft der Fläche vor dem KuK liegen interessante, neue Lösungsansätze vor. Geliefert wurden sie von jungen Nachwuchsplanern und Architekten innerhalb des größten europäischen Nachwuchswettbewerbs Europan 13. Über diesen hatte Gera mit der IBA Thüringen und dem Verein Ja – für Gera e.V. neue Ideen und mutige Vorschläge für Strategien zur Umsetzung auf der für Gera bedeutsamen innerstädtischen Fläche gesucht.

In dieser Woche beriet die lokale Europan-Jury über alle 24 eingereichten Arbeiten. Die Jury wählte fünf Beiträge für die engere Wahl aus. Diese Entwürfe werden auf dem Forum der Städte und Jurys im europäischen Vergleich mit etwa 300 Projekten aus insgesamt 49 europäischen Städten präsentiert. Im November werden die ausgewählten Geraer Projekte zusammen mit den Projekten sieben weiterer deutscher Standorte von der nationalen Europan-Jury beurteilt. Sie legt die Preisträger fest und damit die aus nationaler Sicht preiswürdigsten Arbeiten.

Bis zur öffentlichen Preisverleihung am 4. Dezember in Berlin schreibt das Europan-Reglement Geheimhaltung vor. Nur andeuten konnte deshalb nach der Jury-Sitzung Dr. Marta Doehler-Behzadi als Jurymitglied, zugleich IBA Geschäftsführerin und Ideengeberin für die Europan-Beteiligung: „Sehr anregende Arbeiten liegen uns vor. Sie zielen in verschiedene Richtungen und nützen für die nächsten Schritte der Arbeit an der Fläche.“ Sie betonte, dass es sich bei Europan 13 um einen Ideen-Wettbewerb handele und mit der Entscheidung der Preisträger nicht die Zukunft der Fläche besiegelt sei. Im Gegenteil setzen sowohl die IBA als auch die Stadt Gera und Ja – für Gera auf eine intensive Bürgerbeteiligung. Gerade wegen dieses Ansatzes sei das Gemeinschaftsvorhaben von Stadt und Ja – für Gera „Vernetzte Stadt – Starke Mitte“ ein IBA-Kandidat geworden. Hierzu kündigten die auch als Preisrichter an der Sitzung beteiligten Claudia Baumgartner, Dezer-nentin Bau und Umwelt, sowie Volker Tauchert, Vereinsvorsitzender Ja – für Gera, an: Anfang 2016 werden die Europan-Arbeiten öffentlich ausgestellt.

Die Geraer Jurysitzung fand im Kultur- und Kongresszentrum und damit direkt mit Blick auf die Fläche statt. Europan Deutschland als Veranstalter war vertreten durch die Geschäftsführerin Ulrike Poeverlein mit ihrem Team.

Zur lokalen Geraer Jury gehörten neben den bereits genannten Fachleuten: als Juryvorsitzender Prof. Klaus Overmeyer, Professor für Landschaftsarchitektur an der Bergischen Universität Wuppertal; Prof. Andreas Wolf, Fachbeiratsmitglied der IBA Thüringen und Professor für Städtebau und Entwerfen der HTWK Leipzig; Ulrich Trappe, Mitglied der Nationalen Jury Europan und Mitglied im Wissenschaftlichen Komitee Europan; Prof. Andreas Garkisch, Vertretungsprofessor Städtebauliches Entwerfen der Leibniz Universität Hannover; Hans-Jörg Dannenberg, Vorsitzender des Stadtratsausschusses Bau, Umwelt, Verkehr und Liegenschaften, zugleich Mitglied der Bürger-Projektgruppe zur Gestaltung der Fläche vor dem KuK; Martina Schramm, Geschäftsführerin der GWB Elstertal. Der Gesellschaft gehört ein Teil der gesamt zu entwickelnden Fläche.
Zufrieden mit dem Ergebnis und dem Verlauf der Sitzung?
Das sagen Veranstalter und Preisrichter der lokalen Jurysitzung:




Ulrike Poeverlein, Geschäftsführerin des Wettbewerbs-Veranstalters Europan Deutschland, Veranstalterin der Jurysitzung, nicht Mitglied des Preisgerichts:

Liebevoller Blick auf Gera, breites Spektrum
Mit dem breiten Spektrum der Arbeiten bin ich sehr zufrieden. Auch mit dem liebevollen Blick der Arbeiten auf Gera. Es haben sich Verfasser intensiv und liebevoll mit Gera beschäftigt, das ist den Arbeiten abzulesen. Im Ergebnis liegen Ansätze vor sowohl für landschaftliche als auch architektonische Lösungen. Daraus lässt sich etwas entwickeln.



Dr. Marta Doehler-Behzadi, Geschäftsführerin der IBA Thüringen GmbH, promovierte Stadtplanerin, Fachpreisrichterin der lokalen Jury:

Anregende Arbeiten für unsere Aufgabe
Nach einem interessanten Tag mit anregenden Arbeiten liegen uns gute Ergebnisse vor. Sie sind ein wichtiger Schritt für Gera: unterschiedliche und konkrete Möglichkeiten für die Zukunft der Fläche können diskutiert werden. Manche Entwürfe bieten vordergründig einen mutig gewebten Diskussionsstoff, andere orientieren eher auf praktische Anregungen, mit denen wir für unsere Aufgabe weiterkommen können.


Prof. Andreas Wolf, Mitglied im Fachbeirat der IBA Thüringen, Professor für Städtebau und Entwerfen der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig, Stadt- und Regionalplaner, Architekt, Fachpreisrichter der lokalen Jury:

Spannender Ort mit spannenden Perspektiven
Die Geraer Fläche ist ein extrem spannender Ort. Europan schickt ihr spannende Perspektiven. Die 5 ausgewählten Arbeiten der engeren Wahl stehen für starke, eindeutige Konzepte und zugleich für Offenheit. Das heißt, in Diskussionen muss es nicht um Entweder-Oder gehen. Die Konzepte können weiterentwickelt und Elemente miteinander verbunden werden.


Ulrich Trappe, Mitglied im Wissenschaftlichen Komitee von Europan Deutschland und beratendes Mitglied der nationalen Europan-Jury, Architekt, Trappe Architekten Dresden, Fachpreisrichter der lokalen Jury:

Angetan von der Qualität
Von der Qualität der Arbeiten und den stark differenzierten Lösungsmöglichkeiten bin ich sehr angetan. Die Verfasser wagten vielseitige Blicke auf Gera und die Fläche. Für die Sitzung der nationalen Jury in Berlin nehme ich die Auffassungen der lokalen Jury zu den fünf Arbeiten der engeren Wahl mit. Sind wir gespannt auf die Preisträger und die weiteren Entwicklungsschritte in Gera.


Prof. Klaus Overmeyer, Landschaftsarchitekt, Professor für Landschaftsarchitektur der Bergischen Universität Wuppertal, Inhaber Urban Catalyst Studio Berlin, Fachpreisrichter und Vorsitzender der lokalen Jury:

Kein Weg mehr ohne Ziel
Das Geraer Thema verfügt nicht nur innerhalb der Stadt sondern auch außerhalb über hohe Anziehungskraft. Das zeigt die hohe Anzahl von 24 eingereichten Arbeiten. Sehr interessante Vorschläge beschreiben klar einen Prozess zur Entwicklung der Fläche, legen Wert auf die hohe Qualität von Impulsen für Entwicklungen. Für die Fläche und für Gera ist es zu wünschen, nicht bei Zwischenlösungen stehen zu bleiben sondern die Anziehungskraft auf Investoren zu übertragen. Es gibt nicht mehr den Weg ohne Ziel.



Prof. Andreas Garkisch, Vertretungsprofessor Städtebauliches Entwerfen der Leibniz Universität Hannover, Architekt, Partner 03architekten, München, Fachpreisrichter der lokalen Jury:

Zeit geben für hohe Qualität auf wertvollem Grundstück
Das Grundstück steckt voller Potenzial. Es ist sehr wertvoll. Gera sollte sich Zeit geben, Geduld bewahren und lieber zur richtigen Zeit aber mit hoher Qualität etwas bauen oder gestalten. Der Verein Ja – für Gera tut der Zukunft der Fläche gut: er bringt Diskussionen in Bewegung und weckt Interesse innerhalb und außerhalb der Stadt.


Claudia Baumgartner, Beigeordnete und Dezernentin Bau und Umwelt Stadt Gera, Projektträger des IBA-Kandidaten „Vernetzte Stadt – Starke Mitte“, Sachpreisrichterin der lokalen Jury:

Konstruktiver Austausch unter Fachleuten
Den Austausch unter Fachleuten empfand ich als sehr konstruktiv. Überregionale Blickweisen trafen auf regionale Gegebenheiten. Stadtplaner trafen auf Landschaftsarchitekten, Städtebauer und auf Vertreter des Stadtrates. Bei aller Vielfalt der Sichtweisen kristallisierten sich fünf Arbeiten heraus. Sie liefern für unsere weiteren Diskussionen Ansatzpunkte, mit denen wir auf ein gutes Ergebnis für die Fläche abzielen. Im nächsten Jahr stellen wir alle Arbeiten öffentlich aus.



Volker Tauchert, Vorsitzender Ja – für Gera e.V, Projektträger des IBA-Kandidaten „Vernetzte Stadt – Starke Mitte“, Sachpreisrichter der lokalen Jury:

Stadtratsbeschluss für Investorensicherheit
Wir im Verein haben immer gesagt: wir sammeln mit einem Trichter alle Vorstellungen zur Fläche. Europan bereichert diese Sammlung um Wertvolles. Ich sehe es als wichtig an, einerseits offen zu sein für all die wertvollen Ideen und andererseits uns auf das Gewollte zu konzentrieren, einen Stadtratsbeschluss zu erreichen, durch den auch Investoren Sicherheit haben, und wissen, worauf sie sich in Gera ein- und verlassen können. Europan 13 nützt uns auch hierfür mit einem europaweiten Marketingeffekt.



Hans-Jörg Dannenberg, Vorsitzender des Stadtratsausschusses für Bau, Umwelt, Verkehr und Liegenschaften in Gera, Sachpreisrichter der lokalen Jury:

Auf den Dialog einlassen
Die Jury bewertete sehr interessante Arbeiten. Ich hoffe und wünsche mir, dass sich die Geraer auf den Dialog dazu einlassen. Die Arbeiten werden öffentlich gezeigt und zum Diskutieren wird es Angebote geben. Wir brauchen eine Lösung für den mittelfristigen Umgang mit der Fläche – auch um Möglichkeiten für Investoren zu eröffnen.



Martina Schramm, Geschäftsführerin der GWB „Elstertal“ mbH, Sachpreisrichterin der lokalen Jury:


Ansätze vertiefen
Viele interessante Beiträge für die Flächenentwicklung liegen uns vor. Darin sehe ich durchaus Ansätze , die jedoch vertieft und weiter entwickelt werden müssen. Ich wünsche mir eine attraktive Bebauung mit einer optimalen Flächennutzung, die das Innenstadtareal aufwertet. Dabei lege ich besonderen Wert auf eine wirtschaftliche Lösung mit einer großen Aussicht auf Realisierung.

MOMENTAUFNAHMEN DER JURYSITZUNG

In der Diskussion (v.r.): Ulrike Poeverlein, Dr. Marta Doehler-Behzadi, Prof. Klaus Overmeyer und Claudia Baumgartner.
Jeanne-Francoise Fischer von Europan Deutschland gehört zum Europan-Team, das die Jurysitzung in Gera inhaltlich vorbereitete und nachbereitet. Die sehr gute Vorbereitung und Durchführung trug zu einer reibungslosen, konstruktiven Jurysitzung maßgeblich bei.
Sven Kröger gehört ebenso zum Team von Europan Deutschland, das für Vor- und Nachbereitung, Durchführung unter Ulrike Poeverlein verantwortlich zeichnet und durch die sehr gute Vorbereitung und Durchführung zur Qualität der Sitzung beitrug.
Die Preisrichter und weiteren Teilnehmer der Sitzung auf dem KuK-Balkon im Gespräch. Mittig rechts, Konrad Steinbrecht, Stadtplaner und Vertreter des Initiativkreises von Ja - für Gera, der sich mit der Starken Mitte intensiv beschäftigt; mittig links, Ines Wegner, Mitglied der Bürger-Projektgruppe zum IBA-Vorhaben "Vernetzte Stadt - Starke Mitte".
Stefan Prüger, Fachdienstleiter Verkehr (mittig), brachte verkehrliche Anforderungen in die Diskussionen auf dem KuK-Balkon ein.
Prof. Stefan Rettich und Ulrich Trappe (r.) in der Diskussion auf dem KuK-Balkon. Stefan Rettich gehört zum IBA-Fachbeirat und nahm an der Jurysitzung als stellvertretender Preisrichter teil.

Junior-Prof. Dr. Sigrun Langner und Dr. Betram Schiffers während eines Jury-Rundgangs im KuK-Foyer. Bertram Schiffers ist der Projektleiter der IBA Thüringen für das Geraer Vorhaben "Vernetzte Stadt - Starke Mitte", Sigrun Langner nahm an der Jurysitzung teil als stellvertretende Preisrichterin.
Während der Rundgänge durch die Ausstellung der Arbeiten.
Yvonne Thielemann und Tobias Laubert im Gespräch. Frau Thielemann leitete den Fachdienst Stadtentwicklung der Stadtverwaltung, Herr Laubert nahm als Gast an der Jurysitzung teil, die Bürgerprojektgruppe vertretend, die für das Geraer Vorhaben "Vernetzte Stadt - Starke Mitte" bereits gegründet wurde.
Am Jurytisch im KuK-Foyer fielen die abschließenden Entscheidungen zu den Arbeiten der engeren Wahl. Die 9 Preisrichter stimmten über jede einzelne Arbeit einer Vorauswahl ab. Die fünf "Auserwählten" werden demnächst in Bratislava zusammen mit etwa 300 ausgewählten Arbeiten aus 49 europäischen Standorten unter Fachleuten diskutiert.

Veröffentlichung: 18.09.2015