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Geras Starke Mitte im internationalen Architektenwettbewerb Europan 13 (3. März 2015)

Europan 13 ist seit 2. März eröffnet. IBA Thüringen, Ja – für Gera e.V. und Stadtverwaltung gehen nächsten gemeinsamen Schritt für die Zukunft der Fläche an der Breitscheidstraße

Junge Architekten- und Planerteams aus ganz Europa sind nach ihren Ideen für Gera gefragt. Die Stadt Gera, der Verein Ja – für Gera e.V. und die IBA Thüringen beteiligen sich am internationalen Architektenwettbewerb „Europan“. Sie wollen mit ihrem Vorhaben „Vernetzte Stadt – Starke Mitte“ einen Entwicklungsrahmen für die Fläche zwischen Stadtmuseum und De-Smit-Straße aufstellen und brauchen als Grundlage dafür von Stadtplanern, Städtebauern und Architekten visualisierte Entwicklungskonzepte.

Die Europan-Architekten sollen neue tragfähige Ideen, mutige Strategien sowie städtebauliche Konzepte entwickeln, die die Mitte der Stadt stärken, ohne die bereits vorhandenen Zentrenlagen von Gera zu schwächen. Eine klar erkennbare Aussage für Geras Zukunft und Identität soll perspektivisch zeigen, dass Gera attraktiv ist und sich konsolidieren kann.

Dabei gehen IBA, Ja – für Gera und Stadt Gera neuartig an die Flächenentwicklung heran. Sie suchen flexible Entwurfsansätze, die eine stufenweise Entwicklung ermöglichen. Die anspruchsvolle Aufgabe für die Teilnehmer des Europan-Wettbewerbs besteht deshalb darin, genau diese schrittweise und flexible Entwicklungsstrategie zu kreieren. Für einen ersten möglichen Entwicklungsschritt sind vorläufige Nutzungen und Gestaltungen gesucht, die den Geraern Raum für vielfältige Aktionen und Aneignungen geben. Dies soll die Fläche und das Kultur- und Kongresszentrum in der öffentlichen Wahrnehmung stärker als Orte mit großen städtischen Potenzialen verankern. In den folgenden Schritten sollen dauerhafte Gestaltungen Attraktivität und Anziehungskraft entfalten und der Platz sich als gesamtstädtischer Treffpunkt etablieren. Dazu beitragen könnten Wohn- und Geschäftshäuser, Läden für Dienstleistungen, Häuser für Forschung/Bildung, Beherbergung, kleine Büroeinheiten, Kultur und vieles mehr. Die gesuchten Lösungen sollen dem Standort die Initialzündung für eine wirtschaftliche und zugleich räumlich qualitätsvolle Entwicklung geben. Die genaue Aufgabenbeschreibung steht als Auslobungstext unter www.europan.de und www.gera.de/isekgera2030.

Volker Tauchert, Vorsitzender Ja – für Gera, übernimmt mit seinem Verein hohe Verantwortung für die „Vernetzte Stadt – Starke Mitte“ und die Europan-Beteiligung. „Bürger und Wirtschaft identifizieren sich mit einem Ort stark über dessen Innenstadt. Ich sehe in der Entwicklung der starken Mitte so etwas wie eine zweite Chance seit der Bundesgartenschau für eine herausragende Stadtentwicklungsfläche. Internationalität kommt mit Europan und IBA hinzu. Wir sollten diese Chance unbedingt nutzen für unsere Innenstadt, unsere Stadt und unser Image“, so Tauchert. Dies alles gelinge nur im Miteinander einer aktiven Bürgergesellschaft. Mit dieser möchte er den bereits breit angelegten Ideenpool weiter vergrößern und ihn verbinden mit den Kreativen der regionalen und überregionalen Hoch- und Fachschulen.

Die Idee, mit der Teilnahme an Europan internationales Know-how in die Geraer Stadtentwicklung zu transferieren, stammt von Dr. Marta Doehler-Behzadi, der IBA-Geschäftsführerin. „Viele Konzepte der Vergangenheit sind gescheitert. Die Fläche steht seit rund 15 Jahren leer. Wir brauchen neuartige Herangehensweisen, um zum Ziel zu kommen. Die IBAs der Vergangenheit lebten das geflügelte Wort: ‚IBA ist das, was eigentlich nicht geht‘. Wir wollen mit dem Projektgebiet in Gera den Modellfall und Schauplatz einer gelungenen Transformation unter schwierigen Randbedingungen entwickeln. Dabei setzen wir sowohl auf Impulse von außen als auch auf die lebendige Allianz von Bürgergesellschaft, Unternehmertum, Politik und Verwaltung“, so Dr. Doehler-Behzadi.

Für Baudezernent Ramon Miller gehört die Entwicklung dieser zentralen Fläche zu den Schlüsselprojekten der Stadtentwicklung auf Grundlage des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes ISEK GERA2030. Die Kooperation mit IBA und Ja - für Gera beschleunige die mögliche Entwicklung. Mit einer Förderung des Freistaats Thüringen und der Beteiligung von Ja – für Gera werde das Vorhaben finanziell gesichert. „Ich bin der IBA, dem Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft und dem Verein Ja – für Gera sehr dankbar für unsere Zusammenarbeit und die Unterstützung“, so Miller.

Den Wettbewerb Europan 13 veranstaltet Europan - die Deutsche Gesellschaft zur Förderung von Architektur, Wohnungs- und Städtebau e.V. Am Wettbewerb können junge Planer und Architekten unter 40 Jahre teilnehmen. Das aktuelle Motto „Adaptable City“ - „anpassungsfähige Stadt“ greift städtische Anpassungs- und Wandlungsprozesse“ auf. Am Wettbewerb beteiligen sich neben Gera 48 weitere Städte aus 15 Ländern Europas. Im April sind interessierte Architekten nach Gera zum Rückfragenkolloqium und Bürgergesprächen eingeladen. Bis Juni erarbeiten sie ihre Konzepte, die bis September eine lokale Jury bewertet. Im Dezember veröffentlicht Europan die prämierten Arbeiten. Insbesondere von ihnen erhoffen sich Stadt Gera, Ja – für Gera und IBA hochwertige, verwertbare Ergebnisse auch für die weitere Bürgerbeteiligung. Mit Bürgern soll das gesamte Vorhaben „Vernetzte Stadt – Starke Mitte“ entwickelt werden. Eine Bürger-Projektgruppe traf sich bereits im Januar. Gesprächsergebnisse flossen in die Europan-Aufgabenstellung ein.

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