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Neues Justizzentrum für Gera wird Realität: Baustart im Oktober

Privater Bauherr investiert 20 Millionen Euro – Ab November 2009 Konzentration der Geraer Justizbehörden an einem Standort:
Lange schon war der Bau eines neuen Justizzentrums im denkmalgeschützten ehemaligen Post- und Fernmeldeamt Gera im Gespräch. Nun nimmt dieses Vorhaben zwischen Puschkinplatz, Schloß- und Amthorstraße konkret Gestalt an.


Im Oktober solle der Rohbau starten, sagte Dietmar Winzer, technischer Leiter und zuständiger Projektleiter der allobjekt denkmalsanierungen GmbH Weimar, am Donnerstag (31. Juli) in Gera. Die Firma – wie die real invest Schloßstraße Gera GmbH eine Tochter der in Köln ansässigen Incity AG – will in das Projekt nach eigenen Angaben rund 20 Millionen Euro investieren.
Die Fertigstellung sei für November 2009 geplant. Vorbereitende Arbeiten laufen nach Worten Winzers bereits seit rund vier Wochen, nachdem die Stadt Gera „innerhalb kürzester Frist die Baugenehmigung erteilt hat“. Auch die Zusammenarbeit mit dem Thüringer Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie wertete er als „äußerst konstruktiv und zielführend“.
Geras Baudezernent Ramon Miller begrüßt die Entscheidung, das Quartier des ehemaligen Post- und Fernmeldeamtes mit seinen überwiegend leer stehenden Gebäuden zu revitalisieren. „Es ist ein ganz entscheidendes Objekt im innerstädtischen Sanierungsgebiet und wird das Geraer Stadtzentrum beleben“, machte er deutlich. Zudem verwies er darauf, dass mit der Konzentration verschiedener Landesbehörden im neuen Justizzentrum etwa 60 Arbeitsplätze nach Gera kämen, auch wenn damit die Abschaffung des Staatlichen Umweltamtes und der damit verbundene Weggang von Mitarbeitern der Behörde nicht kompensiert werden könne.
Das Land Thüringen – vertreten durch das Thüringer Liegenschaftsmanagement (Thülima) - habe das denkmalgeschützte Ensemble von Post- und Fernmeldeamt mit einer Fläche von mehr als 10.000 Quadratmetern angemietet, sagte der stellvertretende Thülima-Leiter Carsten Ziegenbalg. Das Thüringer Justizministerium will in dem Objekt die derzeit auf zwölf Standorte verteilten Geraer Justizbehörden zusammenführen. Künftig haben dort die Staatsanwaltschaft Gera einschließlich der bisherigen Außenstellen Jena und Rudolstadt, die Strafrechtsabteilung von Land- und Amtsgericht, das Verwaltungsgericht und die sozialen Dienste Gera ihr Domizil. Durch die unmittelbare Nähe des Justizzentrums zu Land- und Amtsgericht in der benachbarten Rudolf-Diener-Straße sind dann kurze Wege gegeben.
Mit Inbetriebnahme des neuen Justizzentrums können nach Angaben des Thüringer Justizministeriums acht Mietobjekte und zwei landeseigene Liegenschaften aufgegeben werden. Dazu gehört auch das Tinzer Schloss im Norden Geras. Die Pläne für dessen Nutzung sind nach Auskunft des Thüringer Kultusministeriums noch offen. Das 1748 errichtete, dreigeschossige barocke Wasserschloss sollte ursprünglich nach dem Freizug durch die Berufsakademie Gera genutzt werden. Diese ist bereits seit 2004 in einem Neubau auf dem Areal ansässig. Allerdings ist die Finanzierung der Sanierung des denkmalgeschützten Schlosses noch nicht geklärt.

Foto: (v.l.n.r.) Projektleiter Dietmar Winzer von der allobjekt denkmalsanierungen GmbH Weimar, der Präsident des Landgerichtes Gera Peter Granderath und Geras Baudezernent Ramon Miller auf dem künftigen Gelände des Justizzentrums.









Veröffentlichung: 31.07.2008